Grundschule Kohlscheid-Mitte
Grundschule Kohlscheid-Mitte

100 Jahre Schule Kohlscheid-Mitte

1911 — 2011

Die Schule Kohlscheid-Mitte im Wandel der Zeiten

Mit diesem schönen Schulgebäude beteiligte sich die Gemeinde Kohlscheid 1911 an der Städtebauausstellung in Düsseldorf.

Quelle: Kohlscheid – Beiträge zu seiner Geschichte und Entwicklung, 1971

1959

2011

Die ersten Schulneulinge

Mit diesem Bild endet die Chronik 1950 – 1968,

Auf Beschluss des Rates der Gemeinde Kohlscheid von 1909 wurde an der damals noch geplanten Bismarckstraße [heute Ebertstraße] eine achtklassige Schule errichtet, die bereits 1910 bezogen wurde. Die „Schulsäle" sind ca. 48 m² groß und nahmen damals mehr als 60 Schüler auf. Es war die erste Schule der Gemeinde, die über eine Zentralheizung verfügte. Der Schulneubau wurde zunächst von zwei Klassen und dem EBV bezogen. Im Juli 1911 zogen weitere Schulklassen in das Gebäude an der Bismarckstraße.
Klassenraum 1959

Quelle: Schulchronik 1950-1968

Erweiterung
"Die seit langem bestehende Raumnot wird 1956 mit dem Neubau der Hilfsschule an der Goethestraße [seit der kommunalen Neugliederung 1972 Einsteinstraße] behoben." Der Bau zog sich bis 1959 hin, da „… eine Stockung eingetreten, weil die greifbaren Baugelder verausgabt sind." Chronik 1950 – 1968
Zum selben Zeitpunkt war bereits der Bau der Pausenhalle mit Toilettenanlagen geplant. Im Februar 1959 konnte die Sonderschule an der Goethestraße bezogen werden. „60 Hilfsschulkinder in den beiden unteren Klassenräumen, zwei Volksschulklassen in den beiden Räumen im ersten Stock; das Lehrbecken wird erst am 01.04.1959 in Betrieb genommen."Chronik 1950 – 1968
Seit 2003 nutzt der Billardclub den Bereich des ehemaligen Lehrschwimmbeckens als Clubräume.
Bis heute wird das Gebäude als Neubau bezeichnet. Das Bild zeigt deutlich, dass die Pausenhalle noch nicht aufgestockt ist. Nach den Sommerferien 1960 wurde mit dem Bau des Mitteltrakts begonnen, so dass im Sommer 1962 drei weitere Klassenräume bezogen werden konnten. Im Oktober 1962 konnte dann die Lehrküche im Kellergeschoss in Betrieb genommen. Dort waren fünf Kochkojen eingerichtet. Daneben befindet sich eine Waschküche, in der die Mädchen im Waschen und Bügeln angeleitet wurden.
"Besonders begrüßen alle Kollegen und Kolleginnen unserer Schule, dass mit der Erstellung des Erweiterungstraktes endlich, endlich die abbruchreifen Toiletten verschwanden und unsere Kinder nun saubere und zeitentsprechende Klosettanlagen benutzen dürfen." Chronik 1950-1968
Mit der Aufstockung der Pausenhalle 1967 erhielt die Schule ihr heutiges Gesicht
Im Frühjahr 1965 wurden auf dem Schulhof an der Ebertstraße Fertigbauklassen als vorübergehende Lösung errichtet. Sie wurden bis zum Schuljahre 1998 / 1999 noch als Schulräume genutzt; zuletzt als Räume der Mittagsbetreuung. Seitdem dienen sie dem Orchesterverein Kohlscheid als Vereinsräume. — Die "vorübergehende Lösung" existiert bis heute, mehr als vierzig Jahre nach ihrer Errichtung.
Badeanstalt
Schon im November 1910 fasste der Gemeinderat den Beschluss, in der Schule an der Bismarckstraße ein Brausebad einzurichten. Aufgrund der Höhe der Kosten — 5000 Mark — wurde der Beschluss ein Vierteljahr später zurückgenommen. Erst im Herbst 1926 wurde mit der Einrichtung der Badeanstalt begonnen. „13.04.1927 In der Schule an der Bismarckstraße wird heute die im Keller liegende Badeanstalt mit 2 mal 10 Gemeinschafts-Brausebädern und 2 x 2 Wannenbädern eröffnet. Ein Brausebad kostet 20 Pf (im Abonnement 15 Pf), ein Wannenbad 50 Pf (im Abonnement 45 Pf). Vereine, die Jugendpflege betreiben, bezahlen bei gleichzeitiger Benutzung von 20 Brausebädern nur 10 Pf pro Karte. Diese Badeanstalt wird erst nach Fertigstellung des Hallenbades an der Zellerstraße (Einweihung am 19.04.1975) aufgegeben, die Räume dienen seitdem der dortigen Grundschule als Werkräume." (Aretz, Spuren der Vergangenheit, Bd. 4, S. 158) Zunächst wurde von der Badeanstalt intensiv Gebrauch gemacht; sie musste aber trotz Zuschüssen phasenweise wegen geringer Nutzung geschlossen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Mai 1946 die Badeanstalt wiedereröffnet; „Kinder der Oberstufe können einmal im Monat für 0,10 DM ein Brausebad nehmen." Chronik 1950 -1968

Ende der 70-er Jahre bemalte die Kollegin Regine Bente mit den Kindern ihrer Klasse die weißen Fliesen des heutigen Werkraumes, der ehemaligen Gemeinschaftsduschen.

Schulhof

Bereits 1910 wurde das Schulgelände eingezäunt; 1951 wurde der Zaun erneuert. Im Sommer 1952 „… wurde der Schulhof mit einer Teerdecke überzogen und macht jetzt einen sauberen und gepflegten Eindruck." Durch den Bau des Mitteltraktes und der Pausenhalle wurde der Schulhof zweigeteilt.

Quelle: Heimatblatt 1959, Heft 3

Schulformen / Schulgliederung
1908 wurden die Kohlscheider Volksschulen in Schulgruppen eingeteilt; die Schule im Zentrum erhielt die Bezeichnung System I. Zu diesem Zeitpunkt waren die Klassen des Systems I in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Der Begriff wurde bis zur Neugliederung des Schulwesens 1968 verwendet.
Seit 1914 bestand an der Schule Bismarckstraße eine Hilfsschulklasse. In der Chronik 1950 – 1968 weicht der Begriff Hilfsschule dem der Sonderschule; später wird sie als Schule für Lernbehinderte bezeichnet; heute spricht man von Förderschulen.
Im Jahr 1915 wurde in Kohlscheid eine zweiklassige evangelische Volksschule eingerichtet; davon eine Klasse in der Schule an der Bismarckstraße.
Als im Sommer 1945 in der Schule an der Bismarckstraße der Unterricht wieder aufgenommen wurde — zunächst nur für die Grundschulkinder —, erhielt sie die offizielle Bezeichnung Katholische Volksschule Kohlscheid-Mitte.
Über viele Jahrzehnte waren die Klassen der Volksschulen und auch der Schule an der Bismarckstraße in Jungen- oder Mädchenklassen getrennt. Erst zum Beginn des Schuljahres 1966 / 67 wurden alle Klassen durchgängig koedukativ geführt.
Immer wieder wird von Raumnot berichtet, so auch Ostern 1953. Da im Gebäude acht Klassenräume zur Verfügung stehen, aber zehn Klassen unterrichtet werden mussten,wurden zwei Klassen am Nachmittag unterrichtet.
Aufgrund des allgemeinen Lehrermangels wurden zu Ostern 1963 auch in der kath. Volksschule Kohlscheid-Mitte ein Mikätzchen eingesetzt.
Zum 01.08.1968 wurde die kath. Volksschule Kohlscheid-Mitte im Zuge der Neugliederung der Schulstruktur zu Grund- und Hauptschule. Bis zur Fertigstellung des Neubaus an der Kircheichstraße 1972 blieb die Hauptschule im Gebäude Kohlscheid-Mitte. „Alle unsere Kinder sind nun an die neuen Grundschulen und an die neue Hauptschule überwiesen. Damit hat die Schule Kohlscheid-Mitte in ihrer Form als kath. Bekenntnisschule aufgehört zu existieren. Uns gibt es nicht mehr. 22 Jahre nach dem Kriege versuchte sie ihre Aufgabe zu erfüllen. Der Berichterstatter [Schulleiter Josef Aretz] konnte 10 Jahre davon erleben. Es war eine schöne Zeit, eine gute Schule und stets ein angenehmes Kollegium. Schade drum!"Chronik 1950 -1968, Eintrag vom 27.06.1968
Zum Schuljahresbeginn 1969 wurden in Kohlscheid drei Grundschulen eingerichtet: Kämpchen, Klinkheide und Pannesheide; am 01.08.1972 wurde die Grundschule Kohlscheid-Mitte gegründet und zog in den Altbau an der Ebertstraße; in Neubau und Mitteltrakt blieb weiterhin die Sonderschule.
Amüsantes, Kurioses, Nachdenkenswertes
1911 „… Es ist nicht schicklich, wenn ein Lehrer die Klasse der großen Mädchen führt." Aretz, Spuren der Vergangenheit, Bd. 3, S. 217
1912 „Am Schulsystem I [Kohlscheid-Mitte] unterrichten 12 Lehrpersonen 679 Kinder. Weil jeder Unterrichtende im Durchschnitt nur 58 Kinder zu betreuen hat, ist die Einrichtung einer 13e. Lehrerstelle nicht vorgesehen." Aretz, Spuren der Vergangenheit, Bd. 1 S. 346
1913 „Es wird bemängelt, dass in Schulräumen vorhandene Bilder, insbesondere die Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin zu hoch an der Wand“, oft direkt unter der Decke hängen und viele durch Feuchtigkeit stark beschädigt sind.“ a.a.O. S. 252
1914 „Bei den Kindern herrscht große Freude, wenn auf dem Wasserturm in Bardenberg die schwarz-weiß-rote Fahne gehisst wird; das heißt für die Schüler “siegfrei““. a.a.O.S. 278
1915 „Die Schulgebäude sind zu überprüfen, ob sie bei Fliegeralarm eine ausreichende Sicherheit bieten.“ Aretz, Spuren der Vergangenheit, Bd. 3,S. 296
1918 Frauen erhalten das Wahlrecht.
1919 „Von den Gruben Laurweg und Gouley geht ein Streik aus, …“ a.a.O. S. 358 „Öffentliche Reden sind verboten, selbst in Privathäusern. … Kinder dürfen die Straße nur betreten, um zur Schule zu gehen. Lehrer und Lehrerinnen holen die Kinder an Sammelplätzen ab und bringen sie nach dem Unterricht dorthin zurück. …“ a.a.O. S. 361
1919 „Beim Sportunterricht der Schulen trugen Kinder deutsche Militärmützen, doch alte deutsche militärische Kopfbedeckungen sind verboten. Die Schulleiter müssen die Schüler informieren.“ a.a.O. S. 366
1919„Nach dem Ersten Weltkrieg belegt die Besatzung Kohlscheider Schulsäle; die Soldaten heizen auch mit Schulmöbeln.“ Aretz, Spuren der Vergangenheit, Bd. 4, S. 9
1921 „… Der EBV spendet für die Kinderspeisung 2.000 M.“ Aretz, Spuren der Vergangenheit, Bd. 2 S. 33
1923 „Den Schulen mangelt es an Kreide, Tafellappen, Schwämmen und Tintenfässchen. Hieran sind u. a. auch Transportschwierigkeiten bei der Bahn schuld.“ a.a.O. S. 89
1924 „Um minderbemittelten Schülern den Zugang zu den mittleren und höheren Schulen zu erleichtern, will die Gemeinde für das Rechnungsjahr 1924 noch 2.000 Mark vorsehen und höheren Orts um Zuschüsse bitten, wie sie für die Orte mit solchen Schulen üblich sind.“a.a.O. S. 104
1925 „Mit Beginn des Schuljahres 1925/26 wird in den Schulen die Sütterlinschrift als Schul- und Verkehrsschrift eingeführt.“ a.a.O. S. 132
1927 „Für die Schulspeisung wird es keine Zuschüsse geben, auch der EBV wird sich nicht an den Kosten beteiligen. Wegen der schlechten finanziellen Lage muss die Gemeinde die erst im September begonnene Schülerspeisung zum Monatsende einstellen.“ a.a.O. S. 168
1928 „Die Badeanstalt in der Schule an der Bismarckstraße ist samstags nachmittags so stark frequentiert, dass ein geregelter Badebetrieb nicht mehr möglich ist.“ a.a.O. S. 190 
27.06.1929 „Wegen zu geringer Nutzung wird die Badeanstalt ab 01.07. auch künftig an den drei ersten Wochentagen geschlossen bleiben.“ a.a.O. S. 222
1933 „Auch in Kohlscheid wird die von der Reichsregierung angeordnete Sonnenwendfeier, ein großes Fest unserer Vorfahren, feierlich begangen. Die Straßen sind mit Hakenkreuzfahnen und alten Reichsfahnen geschmückt, denn „jeder deutschbewusste Kohlscheider flaggt“ an diesem Tage, … „Vor dem Abmarsch gleicht der Hindenburgplatz einem Heerlager. … Hier zeigt sich wieder die Kraft der nationalen Revolution“. Die „braunen Bataillone ziehen durch das ehemals schwarz-rote Kohlscheid“ zum Sportplatz an der Turnhalle. Ganz Kohlscheid ist begeistert auf den Beinen. Der Schuljugend, begleitet von ihren Lehrern im Braunhemd, folgen die Ortsvereine. …“ a.a.O. S. 359
1938 Aus den Klassenräumen werden die Kreuze entfernt.
Winter 1945 / 46 „Es wurde unterrichtet in Schulsälen ohne Fensterscheiben und Türen. Geheizt wurde nicht; der Unterricht durfte jedoch auch an kalten Wintertagen nicht ausfallen. So blieb nur die Möglichkeit, den ohnehin durch die fehlenden Lehrkräfte bedingten Kurzunterricht noch weiter zu kürzen und die Kinder an kalten Tagen nur stundenweise, höchstens 11/4 Stunden, zu unterrichten. Manches Mal konnte ein zufälliger Besucher in diesem Winter 1945/46 es bei seinem Eintritt erleben, dass Lehrer wie Schüler neben wie vor den Bänken standen und die steifgefrorenen Hände zu erwärmen suchten. Schreibmaterialien standen den Schulen wie den Schülern kaum zur Verfügung. Hefte wurden durch Papierabfälle aus den Druckereien ersetzt, und manchmal musste auch ein Zeitungsrand herhalten, um die Arbeiten anzufertigen.“ Leo Ortmanns, ehemals Lehrer in Kohlscheid-Mitte, Das Schulwesen in der Gemeinde Kohlscheid, in Heimatblätter des Landkreises Aachen, Heft 3 1959
1953 Samstags wird seit Ostern Kurzunterricht erteilt — nur 6 Stunden (8 – 13 Uhr).
Die noch vorhandene Schulchronik enthält mit Eintrag vom April 1958 einen ZeitungsartikelSchulkinder werden immer nervöser.
1959 Im „Verzeichnis der bestraften Schulkinder“ finden sich die letzten Einträge über körperliche Züchtigungen. Anlässe: „schwätzt fortgesetzt, beschmiert sich die Hände mit Tinte.“ – „Grob widerspenstig; störte den Unterricht.“ – „grober Ungehorsam, Widerworte gegen Pfarrer …“ – „Vogelnest ausgerissen“ … Strafen: „3 Schläge aufs Gesäß.“ - „3 mal je 3 Schläge auf den Hintern“ – „2 Backpfeifen“ – „2 Stockschläge aufs Gesäß“ – „4 Stockschläge auf die Hände“ …
1963 Die Ausbildung sogenannter Mikätzchen – in Anlehnung an Kultusminister Paul Mikat - beginnt. Wegen des Lehrermangels werden insbesondere Hausfrauen angeworben, die nach einem einjährigen Lehrgang 1964 als Aushilfslehrer tätig werden.
Bis 1968 Die Kenntnisnahme des Zeugnisses wird durch Unterschrift des Vaters oder seines Stellvertreters bestätigt.
Grundschule 
Mit Beginn des Schuljahres 1972 / 73 bezog die Hauptschule den Neubau an der Kircheichstraße; die Erweiterungsbauten der Schule Kohlscheid-Mitte wurden nun vollständig von der Schule für Lernbehinderte genutzt. Im Altbau an der Ebertstraße wurde die Grundschule mit acht Klassen eingerichtet, in der nun neben den Kindern aus dem Zentrum Kohlscheids auch die Kinder des Ortsteils Bank unterrichtet wurden. Die Neubauten wurden weiterhin von der Schule für Lernbehinderte genutzt.
Im Zeitraum 1995 – 1998 wurden die Schulgebäude saniert. Zunächst wurden das Dach und die Fenster des Altbaus erneuert; es folgten die Fenster im Mitteltrakt und im Gebäude an der Einsteinstraße; abschließend wurde die Außenfassade des Mitteltrakts isoliert. Im gleichen Zeitraum erfolgte die Sanierung der Kelleraußenwände des Altbaus.
1997 / 1998 wurde die gesicherte Halbtagsbetreuung eingerichtet, so dass Eltern ihre Kinder von 8:00 – 13:15 Uhr betreut wissen.
Im selben Schuljahr zog die Schule für Lernbehinderte nach Herzogenrath um. Damit wurde das Gebäude an der Einsteinstraße für die Grundschule frei. Da in diesem Schuljahr schon 11 Klassen mit rund 250 Kindern unterzubringen waren, herrschte akuter Raumbedarf bis die Räume der ehemaligen Sonderschule ganz renoviert waren.
Die Fertigbauklassen stehen seit 1998 / 1999 der Grundschule nicht mehr zur Verfügung und werden seitdem durch den Orchesterverein Kohlscheid genutzt.
Im Jahr 2002 wurde trotz intensivster Proteste von Seiten der Eltern und der Lehrerschaft das Lehrschwimmbecken im Keller der ehemaligen Sonderschule aus Kostengründen geschlossen. Seitdem nutzt der Billardclub die Räume.
Seit Beginn des Schuljahres 2003 / 2004 bietet die GS Kohlscheid-MitteGanztagsbetreuung 13+ — Betreuung von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr — an; die Kinder können in der Schule die Hausaufgaben erledigen und ein Mittagessen einnehmen. Zum Schuljahr 2006 / 2007 wurde die Ganztagsbetreuung 13+ in die OGS überführt. Die ehemalige Schulküche wurde zur Mensa umgebaut.
Schule anno dazumal
Der Schulchor begrüßte die Gäste mit "Herzlich willkommen, Ihr lieben Leute, für uns’re Schule begrüßen wir Euch heute .…". 
Nach Dankesworten an alle Gönner und Helfer schloss sich der besondere Dank an die Sparkasse Aachen, die uns weit mehr als die Räume zur Verfügung stellte und das Schuljubiläum zudem finanziell großzügig unterstützte, insbesondere an Frau Marie José Einerhand an.
Anschließend erfolgte mittels Rückblick über die wechselvolle hundertjährige Schulgeschichte eine Einführung in die Ausstellung.
In der Ausstellung stellten wir, unsere Schule im Wandel der 100-jährigen Geschichte dar. Die Ausstellung war gegliedert in die Bereiche Schulhistorie: Gebäude / Schulentwicklung, Kurioses / Amüsantes / Nachdenkenswertes; Kinderspielzeug / Kinderbücher; Lehr- / Lernmittel.
Leider ist nur die Schulchronik von 1950 – 1968 erhalten. Diese beginnt mit einem zusammenfassenden Rückblick des Rektors Paul Büttgenbach auf die Jahre ab 1944, von der Besatzung an. Da die Chronik ab 1910 abhandengekommen ist und zwischen 1972 und 2002 keine Chronik geschrieben wurde, wurde die Schulhistorie zusammengetragen — im Wesentlichen aus "Spuren der Vergangenheit" (Josef Aretz), Heimatblättern des Kreises Aachen und dem "Kohlscheider Straßenspiegel".
Aufgrund zunehmender Schülerzahlen wurde 1909 der Bau einer achtklassigen Volksschule geplant. 1910 war das Gebäude bezugsfertig. Es war die erste Schule mit Zentralheizung; einige Zeit später wurde im Kellergeschoss eine Badeanstalt eingerichtet. 1910 zogen zwei Klassen ein; weitere Räume wurden vom EBV genutzt. Ein Jahr später konnten auch die übrigen Räume der Schule ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben werden. Ende der Fünfzigerjahre entstand der Erweiterungsbau an der Einsteinstraße, damals Goethestraße; Anfang der Sechzigerjahre folgte der Mitteltrakt mit der Schulküche. 1965 wurden die Fertigbauklassen errichtet; 1967 erhielt die Schule durch die Aufstockung der Pausenhalle ihre heutige Gestalt.
Das Gebäude beherbergte zunächst eine Volksschule; bald auch eine und später zwei Hilfsschulklassen; nach der Schulstrukturreform kurz die Hauptschule und schließlich die Grundschule. Volks-, Haupt- und Grundschule blicken auf viele Jahre gute Nachbarschaft mit der Sonderschule zurück.
Da wenige Unterlagen über die Schule an der Bismarckstraße erhalten sind, war das Lehrerkollegium besonders dankbar, für die Schülerfotos, die uns zur Verfügung gestellt wurden. An der Qualität der präsentierten Bilder sollte man sich nicht stören; es sind häufig Kopien von Kopien. Bei den abgebildeten Schülern handelt es sich meistens um Entlassklassen; die Namen der Schüler sind zum Teil unbekannt. Daher hielt das Lehrerkollegium die ausgestellten Fotos auch in der Schule bereit. So konnten Gäste der Jubiläumsfereir den Namen des einen oder anderen eintragen. Auf diese Weise wurde manches Foto vollständig beschriftet.
Die Schulkinder trugen die Schulhistorie in ihrem Lied "100 Jahre Kohlscheid-Mitte" vor. "Diese Schule, liebe Leute, hat schon allerhand geseh’n": zwei große Kriege, zwei große Wirtschaftskrisen / Finanzkrisen (1929 und 2008), das Wirtschaftswunder und ein ganz besonderes Thema: Frauen im Schuldienst — Wahlrecht erhielten Frauen erst 1919; bis zur Gleichberechtigung war es dann doch noch ein weiter Weg. Lehrerinnen waren unverheiratet und trugen noch lange den Titel "Frollein" (Fräulein), wie man einem ausgestellten Brief von 1975 entnehmen konnte. Was hat die Schule Kohlscheid-Mitte noch gesehen? Mikätzchen und Seiteneinsteiger; Schulspeisung "Quäker-Speisung" und heute "Kein Kind ohne Mahlzeit".
Schule ist immer auch dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen. Das wurde besonders im Ausstellungsteil "Schulbücher" deutlich. Es zeigte sich auch u. a. in den unterschiedlichen Schriften: Deutsche – Sütterlin – Lateinische Schrift. Verschiedene Lehrmethoden — jede war immer der Weisheit letzter Schluss: die Ganzheitsmethode, Silbenmethode, Lesen durch Schreiben; die Mengenlehre — man erkennt das auch in den Bezeichnungen der Schulfächer: Heimatkundlicher Anschauungsunterricht, Heimatkunde, Sachunterricht, Sachkunde; Rechnen, Mathematik; Leibeserziehung, Sport, weibliches Handarbeiten, Nadelarbeit, Textilgestalten. Aber auch Attribute des Klassenraums sind dem Zeitgeist unterworfen: das Kreuz, das Foto des Kaiser, später des Führers.
Um sich nicht wie das Fähnchen im Wind nach dem jeweiligen Zeitgeist zu richten, braucht es Rückgrat. Daher richten wir unser Augenmerk gleichermaßen auf Wandel und Beständigkeit, bewahren Bewährtes und sind aufgeschlossen gegenüber Neuem. Letztlich muss sich Bewährtes wie Innovatives am Gewinn, an der Bereicherung für die Kinder messen lassen. Das machen wir deutlich im Leitsatz unseres Schulprogramms: Prüfet alles und das Beste behaltet. (1. Thess. 5,21)
Was wäre Schule ohne Kinder? In der Ausstellung gab es einen Bereich Kinderspielzeug / Kinderbücher aus 100 Jahren. In einem weiteren Bereich wurden Schulbücher und Lehrmittel präsentiert; Dort fand sich auch Material, das die Zusammenarbeit von Sparkasse und Schule dokumentiert, eine Sammlung aus 40 Jahren. Begonnen mit Wirtschaftslehre in der Hauptschule und fortgeführt mit Unterrichtshilfen des Sparkassenservice für Schulen.
Ausgestellt wurden auch die „Siebensachen“, mit denen ein Schulkind auskam: tatsächlich sieben [Tafel mit Schwamm und Lappen, Griffeldose, Griffel und Spitzer, Fibel, Rechenbuch, Katechismus]. Die ausgestellten Schulbücher machten auch deutlich, wie die „Halbwertzeit“ der Lehrwerke immer geringer wird. Lange wurden Fibeln und Rechenbücher an Geschwister weitergegeben. Heute erfordern schnell wechselnde Reformen ständige Überarbeitungen und Neuauflagen.
Hier wurde ein Bogen zur in der Volksschule geleisteten pädagogischen Arbeit und deren Qualität schlagen: Blättert man im ausgestellten Mathematikbuch "Die Welt der Zahl" für das 7. und 8. Schuljahr, kann man nur den Hut vor der Volksschule ziehen.
Liedtext "100 Jahre Kohlscheid-Mitte"
Liedtext "100 Jahre Kohlscheid-Mitte"
LiedText100+Jahre+Kohlscheid$C3$9C
LiedText100+Jahre+Kohlscheid$C3$9C.pdf
PDF-Dokument [57.9 KB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
GGS Kohlscheid-Mitte, Ebertstraße 19, 52134 Herzogenrath