Grundschule Kohlscheid-Mitte
Grundschule Kohlscheid-Mitte

Förderung bei LRS (Lese-Recht-Schreibschwäche)

Um betroffene Kinder durch die Bezeichnung Lese-Recht-Schreibschwäche nicht zu irritieren und ggf. zu entmutigen, bedeutet LRS in der GGS Kohlscheid-Mitte Lese-Rechtschreib-Stunde.

Bei LRS handelt es sich nicht um eine Krankheit, an der Kinder „leiden“ müssen. Tatsächlich sind weit weniger Kinder von LRS betroffen als gemeinhin angenommen wird. Nach Möglichkeit gilt es, LRS durch anleitenden, unterstützenden Unterricht und frühzeitige Intervention zu vermeiden. Eltern sollten sich bei auftretenden Problemen nicht verunsichern lassen; dem Kind helfen weder Ängste noch Druck. Vielmehr kann eine gelassene, zugewandte, wertschätzende und konsequente Haltung der Eltern eine positive Einstellung zum Lesen- und Schreibenlernen und damit die Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft erhalten und fördern.

Die Laute der deutschen Sprache werden in der Schrift nicht eins zu eins mit einem einzigen Buchstaben abgebildet. So kann das „E“ rein klingen wie in „Esel“ aber auch wie „Ä“ am Wortanfang von „Ente“, manchmal ist es „stumm“, also gar nicht zu hören oder wird nur kurz gehaucht wie das „E“ am Ende von „Ente“. Dennoch gibt es für deutsche Wörter hinreichend Regeln und Hinweise, wie orthographisch zu verfahren ist. Hier setzt die Silbenmethode, nach der wir die Schriftsprache vermitteln, an. Es ist die Methode nach der wir den Fibellehrgang auswählten.

Das häufig geforderte deutliche Sprechen oder die Dehnsprache sind für alle Schreibanfänger untauglich: Ein Wort kann man nur dann genau sprechen, wenn man weiß, wie es geschrieben wird; ein Wort zu dehnen, verändert es so, dass man es anders als orthographisch richtig schreiben müsste. (Wenn man „offen“ dehnt, wird daraus „Ofen“.)

Christine Mann spricht von „Mitsprechwörtern“ (lauttreue Wörter, die tatsächlich so geschrieben wie gesprochen werden: „Auto“), „Lernwörtern“ (Wörter, für deren außergewöhnliche Schreibweise es – für ein Grundschulkind – keine Erklärung gibt: „ihm“, „ihnen“) und „Nachdenkwörtern“ (Wörter, die Mithilfe von Kenntnissen über etwa Stammtreue, Auslautverhärtung u. ä. die korrekte Schreibung abgerufen werden kann („nummerieren“ da „Nummer“; „Kleid“ da „Kleider“). Häufig bereitet Kindern die Großschreibung von Nomen Schwierigkeiten. Zu entscheiden, wann es sich um ein Nomen handelt oder nicht, wird fälschlicher Weise auf das Davorstellen eines Artikels reduziert („das Haus“) kommt dann ein beschreibendes Adjektiv hinzu, wird das Kind logischer Weise irritiert bzw. zum Falschschreiben verleitet („das alte Haus“). Hier hat sich die Erarbeitung der Großschreibung mit „Treppengedichten“ nach Christa Roeber-Siekmeyer bewähr. Diese syntax-bezogene Methode bereitet Kindern viel Freude. Darüber hinaus kann eine Vielzahl weiterer grammatischer Erfahrungen, Kenntnisse und Übungen an „Treppengedichten“ erworben werden. Ein Beispiel:

Eine   Maus                              läuft            um das Haus.

Eine kleine Maus                      läuft            um das alte Haus.

Eine kleine, graue Maus            läuft            um das alte, baufällige Haus.

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